Gewerbeverein Brechen

14.04.2010 Alltagshilfen - und keiner war peinlich berührt

Verein: DRK Ortsvereinigung Niederbrechen

Alltag – was bedeutet „Alltag“ für Senioren ? Senioren haben oftmals nicht mehr die Mobilität und Beweglichkeit, wie dies früher der Fall war – und bekommen dies bewusst mit. Jetzt gibt es die Möglichkeit, sich dieser Situation zu ergeben und Trübsal zu blasen oder zu schauen, wie gehe ich damit um !

Magda Jung (links) und Cornelia Eisenkrätzer demonstrieren dieUnterschiede bei Rollatoren/"Gehfrei" zwischen Kassenmodell (links) und demKomfortmodell (mit Zuzahlung/rechts im Bild) Alltag – was bedeutet „Alltag“ für Senioren ? Senioren haben oftmals nicht mehr die Mobilität und Beweglichkeit, wie dies früher der Fall war – und bekommen dies bewusst mit. Jetzt gibt es die Möglichkeit, sich dieser Situation zu ergeben und Trübsal zu blasen oder zu schauen, wie gehe ich damit um !
Diese gedankliche Beweglichkeit bewiesen alle der anwesenden Teilnehmer und waren damit ein strahlendes Beispiel für alle !
Hochinteressiert verfolgten sie den Fachvortrag von Frau Eisenkrätzer und Herrn Weinmann vom Rehateam-Aartal aus Gückingen, welches sich hierfür extra viel Zeit genommen hatte.
Beratung ist das wichtigste führte Frau Eisenkrätzer gleich zu Beginn an – denn was nützt eine, von der Versichertengemeinschaft bezahlte teure Hilfe, wenn sie nachher doch nur ungenutzt in der Ecke liegt, weil der Betroffene sich nicht damit wohlfühlt ? Der verantwortungsvolle Umgang mit den immer weniger werdenden Mitteln, die seitens der Krankenkassen überlassen werden – und damit von uns allen finanziert werden, ist oberstes Gebot.
Schon bei der Ankunft im DRK-Stützpunkt am Festplatz staunten die Teilnehmer nicht schlecht, denn es war vielen Hilfsmitteln Platz gemacht worden, die im Verlauf des Mittags einzeln vorgestellt und später auch begutachtet und probiert werden konnten.
Von einer einfachen Gabel mit gummierten Griffen, die einen besseren Halt bei Motorik- und Sensorikstörungen bietet über Toilettensitzranderhöhungen bis hin zum selbstfahrenden Rollstuhl war alles vertreten. Und eine Ecke wurde auch von den jüngeren Teilnehmern immer wieder unauffällig aufgesucht, denn hier war ein Massagekissen angebracht, welches dem Rücken schmeichelte.

Es geht bei „Alltagshilfen“ nicht immer um die großen auffälligen Dinge, wie ein Rollstuhl oder Rollator (Gehfrei), nein, es geht auch und gerade darum, wie mit kleinsten Unterstützungen der Alltag gemeistert werden kann und die Lebensqualität so lange wie möglich erhalten bleibt. Ein sich dem Nacken anpassendes Kissen sorgt für besseren Schlaf und damit bessere Konzentration über den Tag, ein in der Höhe richtig angepaßter und mit griffsicheren Haltegriffen ausgestatteter Stock bietet Sicherheit und damit Vertrauen und wird gerne benutzt. Es gibt wie immer schon das „Kassenmodell“, z.B. beim Rollator, einer fahrbaren Gehhilfe, auf die sich gestützt und auch gesetzt werden kann – dieses ist funktionell und verrichtet seinen Dienst nach (gesetzlicher) Vorschrift, doch für ein wenig mehr Aufzahlung erhält man ein ungleich leichteres Modell mit mehr Komfort und mehr Möglichkeiten. Die Altersarmut lässt jedoch viele dieser Zuzahlungs-Möglichkeiten kaum noch zu und so müssen viele Rentner, die ihr Leben lang (oft schon seit früher Jungend) hart gearbeitet haben, heute zusehen, wie sie über die Runden kommen und dass hier schon kleine Beträge wohl überlegt sein müssen, versteht sich von selbst. Frau Eisenkrätzer wies darauf hin, dass auch ein simples Blutdruckmessgerät bei entsprechender Indikation von der Kasse übernommen werden kann – und damit eine deutliche Budgeterleichterung für den Einzelnen darstellt. Das Angebot an Hilfsmitteln ist sehr groß und die Mobilität der Betroffenen ist das Ziel vom Rehateam-Aartal und so steht eine ausgebildete Krankenschwester bei der Auswahl und dem Anpassen der entsprechenden Mittel persönlich zur Verfügung – denn z.B. ein Rollstuhl bringt nichts, wenn schon die erste Türzarge die Fahrt stoppt…
Dass sie wissen, wovon sie sprechen, davon konnten sich die Teilnehmer überzeugen, so zeigten sie gerne ausdauernd und im persönlichen Gespräch nach der Veranstaltung die mitgebrachten großen und kleinen Hilfsmittel. Viele der Senioren hatten schon einen ersten Kontakt und so war das WIR-Gefühl der Gruppe zu spüren, was keine Berührungsängste mit diesem doch sensiblen Thema hat aufkommen lassen.
Magda Jung, die Initiatorin des Nachmittages und selbst täglich mit diesen Themen betraut, freute sich über das rege Interesse der Teilnehmer, die oft schon selbst gemachte Erfahrungen in die Diskussion mit einbringen konnten und auch sie selbst hatte manchen Tipp aus der Pflegepraxis dabei. Der DRK-Ortsverein dankte mit seiner „Flotten Spätlese“ am Ende der Veranstaltung herzlich für eine sehr plastische und anschauliche Veranstaltung und freute sich über das persönliche Beratungsangebot des Rehateams-Aartal aus Gückingen.
Der nächste DRK-Seniorennachmittag greift am 21.04.2010 das von Peter Ehrlich, dem Mitinitiator der neuen DRK-Seniorennachmittage, schon versprochene Thema „Fotografie“ mit dem Titel „FOTOGRAFIE – von damals bis heute..“ auf. Dieser findet in einem Monat statt, der bekanntermaßen die schönste Blütezeit des Jahres darstellt und somit viele herrliche Motive hervorbringt. Doch die heutige Fotolandschaft ist schwerpunktmäßig digital ausgerichtet und so denkt kaum jemand an die Menschen, die keinen PC zuhause haben.

Sie haben früher hervorragende Bilder gemacht, trauen sich aber an die neue Technik nicht mehr heran und so verkümmert die Kreativität und das liebevolle Auge für die Natur oder andere Momente des Lebens – hier setzt Ehrlich an, der seit 2008 selbst in Niederbrechen mit FOTO-EHRLICH sein Hobby zum Beruf machen konnte.
Er zeigt den Senioren den Weg der Fotografie von damals bis heute, so werden viele schöne Moment von früher wieder wach gerufen und die Teilnehmer sind eingeladen, ihre alten Kameras zu diesem Nachmittag mitzubringen und Erfahrungen auszutauschen – Peter Ehrlich bringt seinerseits die „neue Welt“ der Fotografie erlebbar mit und steht für Fragen und Anregungen gerne zur Verfügung.
Mehr Informationen zur DRK-Arbeit unter www.DRK-Brechen.de oder bei Magda Jung 0 64 83 / 8 01 70.

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