12.02.2011 Frühjahrsputz im Vogelhäuschen
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Die fleißigen Helfer des Vogel- und Naturschutzvereins Niederbrechen sind schon beim Frühjahrsputz
Der Winter war lang und ideenreich und so freuten sich die Vereinsmitglieder ganz besonders, dieser Tage die neuen Immobilien für die heimische Vogelwelt präsentieren zu können. Die teilweise sogar selbst entworfenen aber in jedem Fall selbst gebauten Nistkästen sind die neuen Prachthäuschen für die neue Saison, die den Bestand in der Gemarkung Brechen und Werschau erweitern. Es ist an alles gedacht – es gibt spezielle Kästen für die verschiedenen Vogelarten und es ist schon eine handwerkliche Wissenschaft für sich, wer welches Häuschen gebaut bekommt. Ein Baumläufer möchte z.B. direkt vom Baumlaufen ins Häuschen gelangen, die Meisenarten sind zierlich und begnügen sich mit kleineren Häusern doch der größte Kasten ist der des Steinkautzes. Dieser findet sein Domizil üblicherweise in Kirchenbauwerken oder Turmgebäuden, leider war im letzten Jahr keine Brutaktivität der Schleiereule an der Bergerkirche zu beobachten, was Bernd Schmidt, der erste Vorsitzende des Vogel- und Naturschutzvereins Niederbrechen, sehr bedauerte. Vogelarten, deren Namen nicht so geläufig sind wie der Kleiber, Trauerschnepper oder gar die Wasseramsel und Bach- und Gebirgsstelzen bekommen alle ihre eigenen Traumhäuser in liebevoller Detailarbeit gezimmert – aber wie überall hält auch hier der Fertigbau Einzug und so werden die Handarbeiten natürlich auch durch Holzbetonwerke ergänzt. Bei guter Verarbeitung und geschützter Lage können die Häuschen so viele Jahrzehnte überdauern. Wie bei einer guten Immobilie auch, gehört auch die Wartung und Renovierung mit dazu. In diesen Wochen sieht man wieder Menschen durch die Wiesen und Wälder ziehen – mit dem Ziel, alle der über 350 Nistkästen (!) zu sichten. Hierbei gilt es, den Zustand zu prüfen, den Unrat der Vormieter und ggf. Ungeziefer zu entfernen, um den Neuankömmlingen beste Wohn- und Brutqualität bereitzustellen. Man sieht das Strahlen in den Augen der Männer, die sich sorgsam um diese Arbeit kümmern – es macht ihnen Freude und so sehen sie sich schon ein wenig als „Makler“ in der heimischen Vogelwelt, denn sie wissen, wo alle Wohnungen verteilt sind – und können diese wärmstens empfehlen - doch, ob die Vögel wissen, welches Häuschen nun für sie gedacht ist, das wissen wir auch nicht, schmunzelte Walter Kramkowski bei der Frage „woher wissen die Vogelarten jetzt, welches für sie ist ?“ Aber die Kästen dienen den Vogelarten, die im Winter hier bleiben auch artübergreifend als Wetterschutz und Schlafplatz.
Nach diesem Frühjahrsputz geht es natürlich weiter mit der Arbeit durchs Jahr:
Die Streuobstwiesen wollen gepflegt und gehegt werden und die ersten Ankömmlinge werden freudig begrüßt. Hernach gilt es, die Aktivitäten an und in den Nistplätzen zu erfassen. So werden z.B. Steinkautzjunge beringt und an die Vogelschutzwarten Helgoland oder Radolfzell gemeldet, Brechen liegt geographisch etwa in der Mitte und ist eingegliedert in ein hochinformatives Netzwerk der Ornithologie.
Ganz besonders froh ist man über die neuste Errungenschaft in Niederbrechen, welche man der SÜWAG zu verdanken hat. Es wird neben dem Jakob-Herlth-Haus im alten Stromhäuschen schon bald ein „Schwalbenhotel“ eröffnet, also eine richtige Penthousewohnung für Schwalben, Mauersegler und Fledermäuse. Schon jetzt lädt der Verein, der übrigens stets neue Mitglieder herzlich willkommen heißt, zur Vogelstimmenwanderung am 6.5. um 18.00 Uhr mit Bernd Jung ein. Vorher gilt es noch die Geschicke des Vereins bei der Jahreshauptversammlung am 4.3.2011 vorzustellen, bevor es dann wieder raus geht in die Natur zur Kontrolle, zum Zählen, Auswerten, dem Baumschnitt und der Gemeinschaftspflege. Mehr Infos bei Bernd Frink unter 06438/3349. [ehp]/Peter Ehrlich
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